Parameter
| Rösterei | Cycle Roasters, Lübeck |
| Name | Gara Agena |
| Region | Karamo, Sidamo, Äthiopien |
| Produzent | Gara Agena Washing Station - Kleinbäuerlich |
| Varietät | Heirloom |
| Aufbereitung | Fully Washed (Premium Process) |
| Geschmacksnoten | Floral, Pfirsich, Melone, Himbeer |
Equipment
| Mühle | Comandante C40 (25 Clix) |
| Brüher | Hario V60 Keramik |
| Ratio | 18g Bohnen, 260 g Wasser (ca. 92°C) |
| Zubereitung | 50g, bei 0:45 auf 150g, bei 1:30 auf 250g |
| Brühzeit | 2:30 Minuten |
Bilder

Anmerkungen
Heute ist meine Wahl auf den Gara Angena der Cycle Roaster gefallen. Die Bohnen stammen aus Äthiopien und wurden gewaschen aufbereitet, ich verspreche mir also einen wirklich fruchtigen Geschmack. Da die Bohnen nicht fermentiert wurden, sollte der Geschmack nicht übertrieben sein; genau das, was ich gerade suche.
Der Duft der frisch geöffneten Packung lässt bereits vermuten, dass die Tasse sehr floral und fruchtig werden wird, aber eher von der zurückhaltenden Sorte. Die einzelnen, beschriebenen Geschmäcker sind zu riechen, aber nur leicht, wie eine schöne Musik, die im Hintergrund läuft.
Der Röster rät zu einer Dosierung von 18g Bohnen zu 260g Wasser, was für mich recht viel ist, ich wäre auf 15-16g gegangen. Die Leute wissen aber von was sie schreiben, also folge ich natürlich dem Rat. Auch passe ich gerne meine Brühweise entsprechend an, es werden 2 große Aufgüsse empfohlen, also wird das Muster 50g + 100g + 100g angewendet. Die 10g mehr Wasser passieren eh, so eng nehme ich es nicht. Im Zweifel werde ich 10g mehr oder weniger Wasser eh nicht schmecken, wie vermutlich die meisten anderen auch nicht.
Die Temperatur wird mit 95-96°C empfohlen. Ich bewege mich gerne im Bereich 90 - 92°C Bereich und würde höher nur dann gehen, wenn der Kaffee schon arg hell geröstet ist, so schaut er aber auf den ersten Blick überhaupt nicht aus, das muss aber nichts bedeuten, also ran ans Brühen:
Die sehr gleichmäßigen Bohnen lassen sich wunderbar mahlen, auch hier ist von einer hellen Röstung nicht so viel zu merken. Hell hätte ich mir härter vorgestellt und bekomme dieses auch, wenn ich aus Skandinavien bestelle. Ich halte mich aber ans Rezept und bekomme am Ende einen sehr, sehr saftigen Kaffee, der wunderbar zu dem jetzigen Wetter passt.
Die einzelnen Geschmacksnoten sind präzise beschrieben und durchaus herausschmeckbar. Mit “floral” tu ich mich immer schwer und kann auch nicht drauf zeigen, bei dieser Tasse. Dafür habe ich wirklich viel Pfirsich. So richtig viel. So ein Pfirsich, wie im Sommer, wenn er einen Hauch zu reif ist: süß, pappig, überweltigend und einfach lecker. Im Nachgang kommt dann sehr eindeutig eine Himbeere hervor, die hält auch schön lange und passt super dazu.
Aber: …über allem schwebt ein wenig etwas harsches, röstiges. Das erneute Brühen mit nur 92°C hält mir genau das vom bzw. aus dem Hals, jetzt habe ich eine Art Pfirsicheistee in warm. Milde, süß, nicht übertrieben, einfach da und lecker und zwar auf den Punkt!
Auch wenn er als Sommerkaffee vermarktet wird, mir schmeckt er jetzt gerade extrem gut! Ggf. liegt das auch daran, dass ich zuvor noch einen wuchtigen in der Tasse hatte, die Mischung machts!