Parameter
| Rösterei | Gust, Belgien |
| Name | Rodrigo Oyuela |
| Region | Tolima, Kolumbien |
| Farm | Villamaria |
| Varietät | Pink Bourbon |
| Aufbereitung | Washed |
| Geschmacksnoten | Apfelstreusel, Johannesbeere, Granatapfel |
Equipment
| Mühle | Comandante (21 Clix) |
| Brüher | Timemore B75 |
| Ratio | 16g Bohnen, 240 g Wasser (ca. 93°C) |
| Zubereitung | 50g Blooming (30 Sekunden), alle 30 Sekunden: 60g, 60g, 70g |
| Brühzeit | 2:10 Minuten |
Bilder

Anmerkungen
Der Blick in den Schrank offenabarte mehrere Pakete Kaffee, dieses Mal habe ich mich für den Pink Bourbon entschieden, diese Varietät hatte ich schon länger nicht mehr in der Tasse und sie ist eine meiner Liebsten.
Gust hat sich hier für eine nicht ganz so helle Röstung entschieden, daher habe ich mich auch für eine etwas niedrigere Temperatur entschieden, 92°C (im V60). Solange der Kaffee noch warm war, waren Röstaromen das dominierende Element des Tranks. Erst nach ein paar Minuten, im Zuge des Abkühlens, wurden fruchtige Aromen schmeckbar, konnten aber einen gewissen, bitteren Grundgeschmack nicht gänzlich überdecken, was mir persönlich überhaupt nicht zugesagt hat. Ich mag bittere Noten, wenn sie z.B. an eine Grapefuit erinnern, nicht aber wenn sie an zu langes Rösten denken lassen (was ich den Röstern hier definitiv nicht unterstellen möchte).
Mein nächster Versuch war es wieder an der Temperatur zu spielen, dieses Mal auf 88°C (Bei 90°C waren die Röstaromen immer noch arg präsent). Den Mahlgrad wollte ich nicht verstellen, die Brühung lief so schon in nur 2:00 bis 2:10 Minuten durch.
Bei den 88°C bekomme ich eine gut ausgwogene Mischung aus Bitter und Süß, wobei ich max. auf eine “fruchtige Mischung” als Geschmack komme, nicht jedoch auf Apfelstrudel (super süß) oder Johannesbeere (tendenziell eher säuerlich). Granatapfel kann ich überhaupt nicht finden.
Soviel also zum V60. Ich habe hier aber einen Gust vor mir und Gust gibt Anleitungen zum Brühen, also mache ich das einmal nach, ersetze aber den Orea durch einen B75: 21 Comandante Clix, 93°C, 16g Kaffee zu 240g Wasser und 4 Aufgüsse: 50g, 60g, 60g, 70g. Nach 2:10 Minuten habe ich Kaffee in der Tasse und das Ergebnis ist erst einmal in your face!
1g mehr Bohnen, 10g weniger Wasser und von 24 auf 21 Clix, das merkt man. Der Kaffee ist wesentlich intensiver, aber dank dem B75 nicht so stark, wie ich vermutet hätte, er läuft halt signifikant schneller als ein V60. Der Geschmack dunkel gerösteter Bohnen ist weiterhin, natürlich, vorhanden, wird aber durch sehr viel Süße ergänzt, welche im Prozess des Abkühlens noch zunimmt.
Zu Beginn konnte ich mir durchaus vorstellen, hier ein Stück Kuchen zu schmecken, wobei der Boden einen Hauch zu lange im Ofen war. Am Ende übernimmt aber die saure Süße der Johannisbeere und im Nachgang habe ich eine leichte Adstringenz auf der Zunge, die durchaus an Granatäpfel erinnert kann.
Das Ergebnis passt überraschend gut zu der Beschreibung des Rösters, es ist für mich persönlich aber immer noch zu dunkel, wenn auch hoch spannend, das mehr Kaffee und weniger Wasser auch die Süße und Säure in diesem Maße verstärken können.
Die restliche Packung wird ähnlich gebrüht, ich nutze aber nur 15g Bohnen und dafür 250g Wasser.